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Antike:
Aufsatz: Die Anfänge der Römischen Geschichte
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Autor:
Florian Brauel (FB)
DIE
ANFÄNGE DER RÖMISCHEN GESCHICHTE
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Die
Anfänge
Etrusker und Griechen
Gründungsmythos
Königszeit
Republik
Ständekämpfe
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Italien
in der Zeit der Römischen Republik müssen wir ohne Sizilien
und Sardinien betrachten. Die nördliche Grenze befindet sich
ungefähr auf einer Linie der heutigen Städte Pisa und
Rimini.
Landschaft:
Der Name stammt von einem süditalischen Stamm, den so genannten
"Jungstierleuten" (vitulus).
Teilweise hat sich das Landschaftsbild im Vergleich zu heute stark
verändert: z.B. befanden sich an der Südspitze Italiens
in Kalabrien dichte Wälder (Sila-Wald), während die Gegend
heute sehr karg ist. Ziegenhaltung, Urbarmachung, Verhüttung
von Metallen und der Bau z.B. von Schiffen haben aus dem Gebiet
eine verkarstete Landschaft gemacht.
Die
Völker Italiens sind außergeöhnlich verschiedenartig.
Man muss zwischen den Alteingesessenen und den Eingewanderten unterscheiden.
Im Norden befanden sich die Gebiete der Kelten, italische Stämme
im Norden waren die Umbro-Sabeller mit den Umbrern, Sabinern, Äquern
und Marsern. Südlich waren die Osker ansässig, unter ihnen
die Samniten. Im Westen waren die Latiner-Falisker heimisch (verwandt
mit den Italikern) und im Osten gab es u.a. die Veneter, Daunier,
Messapier und die Salentier.
Zwei
besondere Völker, die für die Entstehung und das Aufstreben
Roms eine Hauptrolle spielen sollten, waren die Etrusker und die
Griechen. Während die Griechen an den Küsten Süditaliens
und Siziliens siedelten, war das Zentrum der Etrusker in Etrurien,
der heutigen Toskana. Beide Völker nahmen wegen ihrer hochentwickelten
Kultur und der Tatsache, dass sie in Städten organisiert waren,
eine Sonderstellung ein (ab dem 8. Jahrhundert v. Chr.).
Die
Etrusker nehmen nicht nur für die Forschung eine mysteriöse
Stellung ein: man weiß bis heute nicht, woher dieses Volk
stammt und die Besonderheiten ihrer Kultur bilden seit je her einen
Reibungspunkt für die Menschen. Für ihre Herkunft gibt
es zwei Theorien: Die erste Theorie besagt, dass die Etrusker aus
dem ägäischen Raum eingewandert sind, die zweite Theorie
geht davon aus, dass sie "Autochthone" sind, d.h., sie
wurden "aktiviert" durch kulturellen Kontakt mit den Griechen.
Das hieße, dass es ein Volk war, dass schon vorher in Italien
gelebt hat und durch kleinere Einwanderungen zu dem mächtigen
Volk wurde. Hierbei ist es möglich, dass die Etrusker die Träger
der "Villanova"-Kultur sind, auf dessen Überreste
man bei Ausgrabungen gestossen ist.
Die
Etrusker und die Griechen waren in Städten organisiert, jedoch
gab es zu keiner Zeit eine geschlossene Gemeinschaft - zum Glück
von Rom waren die etruskischen Städte von einer Rivalität
untereinander geprägt, allerdings gab es ein gemeinsames religiöses
Zentrum. Man weiß recht wenig über die politsiche Organisation
der Etrusker, jedoch, dass es einen 12- Städtebund (die Zahl
12 ist ein Stereotyp, es waren wohl mehr als 12 Städte) gab.
Zudem kennt die Forschung einen etruskischen Beamten, der wahrscheinlich
wenig Bedeutung hatte. Die politische Ordnung war monarisch ausgerichtet,
ein Stadtherr (lucumo) leitete das Geschick der etruskischen Stadt.
Zudem gab es eine starke Schicht adliger Herren. Archäologische
Funde brachten die Herrschaftsinsignien zu Tage: Goldkranz, Axt
mit Rutenbündeln. Innere Spannungen verhinderten eine Demokratisierung.
Die Einwanderungstheorie vorausgesetzt, sind die Etrusker möglicherweise
durch den Erzreichtum in das Gebiet um Elba "gelockt"
worden.
Die
Ausdehnung des etruskischen Gebietes erfolgte durch diverse Stadtgründungen
(unmittelbar nördlich von Rom: Veji, Tarquinii und Caere; sowie
im Süden (Rom). Sie gingen nicht von der gesamtetrurischen
Gesellschaft aus, sondern wurden von einzelnen Städten und
Adligen forciert (7. und 6. Jahrhundert). Im Süden stießen
die Etrusker auf Widerstand der Osker und Griechen (die Stadt Kyme).
Doch stärker als der Expansionsdrang der Etrusker war ihr Handel
ausgeprägt, vor allem im westlichen Mittelmeerraum. Sie waren
gute Seefahrer und berüchtigte Seeräuber und stellten
somit eine Konkurrenz zu den Griechen dar. Es gab also Interessenskonflikte
im Handel und durch die griechischen Expansion nach Westen. Die
Streitereinen mündeten in einer großen Seeschlacht vor
der corsischen Stadt Alalia (540 v. Chr.), bei der mit Hilfe der
Karthager der Seehandel im nordwestlichen Mittelmeer gesichert wurde.
Im 5. Jahrhundert jedoch, beginnt der Niedergang der etruskischen
Macht mit der Vertreibung der Tarquinier aus Rom. Als die Etrusker
versuchten, die Griechen aus Kampanien zu vertreiben, gab es eine
vernichtende Niederlage durch die syrakusische Flotte unter Hieron
bei Kyme (474 v. Chr.). Auch die Vorherrschaft in Kampanien und
Latium brach langsam zusammen, denn die Etrusker wurden druch die
Latiner und Osker im Süden, sowie die Kelten im Norden geschwächt
(Ende des 5. Jahrhunderts). Ca. 396 wurde Veji, die Hauptkonkurrentin
Roms, vernichtend durch die Römer geschlagen, danach folgten
schwere Schläge gegen Caere und Tarquinii (Caere wurde in den
römischen Staatsverband aufgenommen, Tarquinii behielt einen
Rest an Unabhängigkeit). Später, im 3. Samnitenkrieg,
wurden alle etruskischen Städte mehr oder weniger freiwillig
in den das römische Bundesgenossensystem eingefügt. Als
264 v. Chr. Volsitii Veteres fiel, war dies das Ende der Etrusker.
Die
etruskische
Sprache ist indogermanischen, die Schrift griechischen Ursprungs.
Die Religion der Etrusker unterscheidet sich bei den vielen
Gemeinsamkeiten, die die Erusker mit den Griechen haben, doch sehr
stark von der griechischen: Für die Etrusker sind die Kräfte
der Natur (wie z.B. Stürme) göttliche Zeichen (oder Erscheinungen).
Hieraus ergibt sich ein komplexes Lehrgebäude. Im Gegensatz
zu dem dämonischen Jenseits der Griechen unter Hades, herrschte
unter den Etruskern ein ausgebildeter Jenseitsglaube vor. Das Jenseits
entsprach dem irdischen Leben. Man vertraute der sogenannten Mantik,
d.h. der Lehre der Ausdeutung göttlicher Vorzeichen, hierbei
u.a. der Eingeweideschau (vor allem der Leber), Blitz und Donner,
Vogelflug und die Nahrungsaufnahme der Hühner. Die Römer
sollten später diese Zeichen übernehmen.
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Die
Griechen übten durch die Stadt Kyme (etwa 200 km südlich
von Rom) Einfluss auf die Osker, Latiner und Etrusker aus. Anfangs
gab es vorwiegend griechische Ackerbaukolonien, der Handel gewann
erst später an Einfluss. Der westliche Mittelmeerraum mit seinem
politischen Vakuum stellte einen perfekten Siedlungsort für
die Griechen dar. Karthagische Kolonien besaßen kein Wehrpotential,
Frieden war Voraussetzung für ihre Existenz - dies ging sogar
soweit, dass Karthago (auch später noch) "Schutzgelder"
an benachbarte Städte und Völker bezahlte. Andere Völer
hatten ihre Machtzentren im Binnenland und waren nicht an den Küstengebieten
interessiert. Vom 8. bis 6. Jahrhundert gab es zahlreiche griechische
Stadtgründungen (Syrakus, Messina und Kyme wurden bedeutsame
Städte). Anfangs konnten die Etrusker die Griechen von ihren
Küsten und Korsika vertreiben. Die Phönizier schlossen
sich bald unter der Führung Karthagos zusammen, um einen Gegenpol
zu den Griechen bilden zu können.
Sizilien
war und sollte später auch immer wieder Kampfplatz rivalisierenden
Mächte werden. Karthago gelang es, den westlichen Mittelmeerraum
(Spanien, Nordafrika und das westliche Sizilien) von den expandierenden
Griechen frei zu halten. Syrakus versuchte, die Karthager von Sizilien
zu verdrängen, aber ebenso herrschten Kämpfe der Griechen
untereinander um Land und Handelsraum. Mit der Zeit konsolidierten
sich die Verhältnisse durch das Erstarken der Etrusker und
Karthager, sowie durch die Rivalität der verschiedenen griechischen
Städte untereinander; sie verhinderten festgefügte Bündnissysteme
durch ihren Stadtcharakter. Damit war das Vorwärtsstreben der
Griechen beendet.
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Für
die Gründung Roms wurde ein Mythos erschaffen,
mit dem die Römer sich gegenüber den Griechen für
die gewachsene Herrschaft zu legitimieren suchten. Durch den großen
Zusammenhang mit der griechischen Vorzeit soll deshalb die Gründung
im Jahr 753 v. Chr. stattgefunden haben: Als Urvater wird Aeneas
genannt, der mit seinem Vater auf den Schultern aus dem brennenden
Troja flieht. Nach langer Irrfahrt, die ihn unter anderem nach Karthago
zur Königin Dido bringt und auf der er mit dem Idol Palladion
flieht, landet er endlich im von den Göttern bestimmten Latium
und heiratet Lavinia. Dort festigt er seine Macht nach Heldenepos
und gründet die Stadt Lavinuium. Daraufhin entrückt er
zu den Göttern (Apotheose). Sein
Sohn Julus wird König (er ist der Gründer Alba Longas).
Hier setzt die sagenhafte Überlieferung der Herrschaft der
Sieben Könige ein. Die unmittelbare Vorgeschichte Roms beginnt:
Der böse Amulius drängt seinen Bruder, den König
Numitor, aus der Herrschaft. Um dessen Familie auszurotten, verbannt
er die Tochter Numitors, Rea Silvia, zum Dienst bei der Göttin
Vesta, was mit strikter Keuschheit verbunden ist. Doch durch göttliches
Schicksal wird Mars auf Rea Silvia aufmerksam. Sie bekommt die Zwillinge
Romulus und Remus. Als Mulius dieses entdeckt, lässt er die
Brüder auf dem offenen Meer aussetzen. Doch dann werden sie
an Land getrieben uund von einer Wölfin gefunden, die sie säugt.
Der Hirte Faustulus erzieht Romulus und Remus und erzählt ihnen
die Geschichte ihrer Herkunft. Daraufhin töten sie Amulius
und setzen ihren Großvater Numitor wieder als König ein.
Sie gründen die Satdt Rom. Nach einer augirium
(Befragung der Götter), wer Herrscher der neuen Stadt sein
soll und Romulus genannt wird, verspottet Remus seinen Bruder und
die Stadt - Romulus erschägt Remus und wird erster König
von Rom.
Die
Archäologie hat Bodenfunde auf dem Palatin gemacht (später
auch auf dem Esquilin Hügel), die auf früheisenzetliche
Siedlungen im 9. und 10. Jahrhundert schließen lassen. Ebenso
gab es wohl spätere Siedlungen auf dem Quirinalshügel
und in der Ebene, dem späteren Forumstal. Da die Siedlungen
nur wenige hundert Meter auseinander liegen, kann man annehmen,
dass sie keine getrennten Staatswesen waren. Zudem gab es einen
religiösen bzw. sakralen Mittelpunkt auf dem steilen Kapitolshügel
mit heiligen Stätten für den Himmelsgott Juppiter. Der
Standort der ersten Siedlungen ist durch eine Tiberfurt begünstigt,
die die Hauptroute zwischen Latium und Etrurien darstellte; an dieser
Stelle endete die Schiffbarkeit des Flusses.
Wann
genau wir von der Stadtwerdung Roms sprechen können, ist schwer
zu sagen. Zuerst müssen wir uns überlegen, was wir als
Stadt bezeichnen wollen: Wenn man die etruskische und griechische
Stadtform als Voraussetzung nimmt, dann müsste die Stadt nicht
nur das durch eine Mauer begrenzte Wohn- und Wirtschaftszentrum
einer Region sein, sondern auch der religiöse und politische
Mittelpunkt der in der Gegend siedelnden Bevölkerung. Hierbei
hätte sich dann um 600 v. Chr. eine stufenweise Ausbildung
des städtischen Gemeinwesens entwickelt. Eine andere Theorie
besagt, dass Rom durch einen einmaligen Zusammenschluss, einen so
genannten Synoikismos, der ethnisch
ungleichen, d.h. Latiner und Sabiner, Kleinstadtsiedlungen und vorher
politisch unabhängigen Parteien auf dem Palatin und den Hügeln
zu einer Großsiedlung, bzw. Stadt, wurde. Für diese Theorie
sprechen archäologische Daten, z.B. die doppelte Ausführung
mancher religiöser Einrichtungen.
Die
Stadtwerdung Roms ist höchstwahrscheinlich nicht ohne Hilfe
der Etrusker vorangeschritten: 1.) nur die Etrusker und die Griechen
waren in Städten organisiert. Allerdings lag die griechische
Stadt Kyme hunderte von Kilometern entfernt, das etruskische Veji
nur 20 km. 2.) Der Name Rom stammt von Ruma, dem etruskischen Geschlecht
der Romulier. 3.) Die Insignien der Herrschaft sind eindeutig etruskischer
Herkunft: Goldkranz, Schnabelschuhe, Purpurtunika und - mantel,
Rutenbündel und Beil (fasces)
etc. Somit kann man sagen, dass die eigentliche stadtwerdung Roms
"mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Werk eines
Etruskers war" (Jochen Bleiken), der als rex
(Herrscher) das neue politische Gebilde lenkte (ungefähr 7.
Jahrhundert). Wahrscheinlich herrschten in der jungen Stadt etruskische
Lebensart und Kultur, während die etruskischen Adligen die
restliche Bevölkerung politisch bevormundeten. Mit der Zeit
jedoch stieg auch das Ansehen der latinischen Adelsschicht. Man
kann davon ausgehen, dass der Zusammenschluss anfangs zur Verteidigung
und für Beutezüge erfolgt war.
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Die
Königszeit: Dem
König stand ein Adelsrat zur Seite, der Senat (von senex,
also Rat der Alten; der Senat war in der Zeit nach dem Tod eines
Königs mit der einsetzung von interreges
(Zwischenkönig) betraut und zumindest in der letzten
Phase des Königtums an der Bestellung des Nachfolgers beteiligt;
generell traten jedoch die Nachfahren des Königs die Herrschaft
an. Der König war der höchste Gewaltenträger: er
war vor allem Heeresführer, vertrat das Gemeinwesen gegenüber
den Göttern und leitete die Sitzungen des Senates und die Versammlung
der Bürger. Die Bürger waren nach Sippenverbänden
(curiae) organisiert, die Bürgerversammlung
hieß comitia curiata. Sie trat
zwei Mal jährlich und je nach Bedarf zusammen. Man beriet sich
vor allem über Kriegserklärungen, Veränderungen,
Erweiterungen des Staates durch Aufnahme von Sippen und Familien.
Kennzeichnend für die comitia curiata war die gentilizische
Zusammensetzung. Das Votum des Familienvorstehers war entscheidend;
bei ihm lag bis auf Mord und politische Straftaten die Entscheidung
in privat- und strafrechtlichen Fragen (nach geltenden Sittenvorstellungen).
Allerdings herrschte die Vorstellung, dass Recht weitesgehend religiös
und an sakrale Riten gebunden war, ein Schuldspruch galt als göttliche
Willenssetzung. Kernstück der sozialen Ordnung war die Familie
(familia), mit dem pater
familias mit einer patria potestas
über
alle Verwandten und die Clientel, den Schutzangehörigen (von
cluere = gehorchen). Ein großer
Teil der Bauernschaft dürfte unter der Gewalt der patres familas
und deren Söhnen gestanden haben. Demnach bildete sich wahrscheinlich
der Adel (Patriziat) aus diesen Familenoberhäuptern.
Neben den clientes gab es auch freie
Bauern.
Die
Familien- und Sippenverbände bildeten größere gentilizische
einheiten, die Kurien und die Tribus
(entweder militärische Verbände oder gentilizische Großverbände.
Früh erfolgte eine regionale Einteilung des römischen
Stadtgebietes in lokale Grundeinheiten (auch tribus
genannt).
Über
die politische Geschichte Roms zur Königgszeit ist nur wenig
bekannt. Zu dieser Zeit begann jedoch der Bau von festen Straßen
und stattlichen Häusernt. Mit einer Ausdehnung von 2,85 km²
(mit vier Tribus) und einem Herrschaftsgebiet von 822 km² war
Rom keine unbedeutende Stadt; Rom war damit größer als
Veji und halb so groß wie Tarent. D.h. Rom hat ohne Zweifel
gegenüber den anderen latinischen Städten einiges an Gewicht
besessen (die latinischen Städte hatten noch keinen festen
politischen Zusammenschluß). Entgegen Behauptungen der modernen
Forschung war Rom zu dieser Zeit wohl noch nicht der Führer
im latinischen Gebiet.
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Die
Republik:
Die Republik beginnt mit der Vertreibung des letzten Königs
Tarquinius Superbus. An die Stelle
des Königs tritt ein Beamter. In der römischen Geschichtsschreibung
heißt es, eine freiheitliche Verfassungsordnung wird von allen
Römern eingeleitet. Es ist allerdings zu bezweifeln, dass "alle"
Römer beteiligt waren. Mit "Freiheit" wird wohl eher
aristrokratische Freiheit gemeint sein, denn über die ganze
Zeit der Republik bleibt die Adelsschicht an der Macht. Wahrscheinlich
leiteten die Oberhäupter mit der Vertreibung des schon geschwächten
Königs die Republik ein - eventuell versuchte der König
mit Hilfe der Etrusker vergeblich an die Macht zurückzukehren.
Die sakralen Befugnisse wurden einem Priester übergeben, der
sich Opferkönig nannte (rex sacrorum).
Um eine Machtanhäufung zu verhindern, wurde ihm die Übernahme
politischer Ämter untersagt. Die politische Macht sollte nun
kollektiv verwaltet werden. Die königliche Gewalt wurde vom
Senat einem Jahresmagistraten, dem praetor
maximus (oberster Feldherr), übertragen, der aus den
Geschlechterhäuptern gewählt wurde. Die Macht ging somit
reihum; die zusätzlichen Errungenschaften der Verfassung kamen
erst später hinzu (später gibt es auch eine Kollegialität
des Konsulates mit zwei Konsuln). Wahrscheinlich gab es mindestens
zwei weitere Praetoren mit weniger Macht, den "magister
populi" und den "praetor
maximus"), die Exekutive der politischen Macht, also
die bei den Beamten lag, müssen wir uns so vorstellen: es war
keine absolute Gewalt, sondern sie war auf Zeit vom Volk übertragen
und war an dessen Willen gebunden.
500
- 338 v. Chr: Durch den Zusammenbruch der etruskischen Macht
rückten Latiner und Rom näher zusammen, weil Gefahr aus
den bergen in Form der Äquer und Volsker drohte. Die Feinde
wurden besiegt, die Machtposition und der Zusammenhalt gestärkt.
Gemeinsam wurde das neu erworbene Gebiet kolonisiert. Rom scheint
in diesem Bund eine stärkere Stellung gewonnen zu haben.
Im
Nordosten, nur 20 km entfernt von Rom ist Veji der Hauptrivale Roms.
Ende des 4. Jahrhunderts kommt es zu einem 10 jährigen Kampf
(histiographisch, nach röm. Geschichtsschreibung). Veji wird
vollstänig zerstört, das Gebiet einverleibt und Gefangene
und Sklaven genommen. Dadurch vermehrt sich das Staatsgebiet Roms
auf ca. das Doppelte, ca. 1500 km². Damit ist Rom die größte
Stadt in Mittelitalien. Die Zahl der Tribus wächst auf 25.
Mit der Niderwerfung Vejis beginnt die römische Expansion.
Danach
folgten Vorstöße der Kelten (die Kelten hatten an Macht
in Europa gewonnen und sich über Europa ausgeweitet - man spricht
in dieser Zeit von der "La-Téne
Kultur". Die Kelten stießen nach Oberitalien vor
und führten Rom eine vernichtende Niederlage bei Allia bei.
Rom wurde geschlagen und geplündert - nur das Kaptitol blieb
verschont. Rom erholte sich relativ rasch von dieser Niederlage.
Gemeinsam mit den Latinern standen sie gegen ihre Feinde, die Etrusker,
Kelten und Volsker und Herniker. Im neuen Bund hatte Rom gegen 370
v. Chr. eine große Macht inne und schwang bald zum eigentlichen
Herren des Bundes auf. Der cassische Vertrag entsteht, der mit den
Latinern eine gemeinsame Außen- und Militärpolitik verfolgte,
während eine Gleichstellung im Ehe- und Handelsrecht erfolgte.
Gemeinsam wurden die Kelten verdrängt; auch gegen die Etrusker
kämpften die Latiner und Rom Seite an Seite. Caere fiel und
wurde in den römischen Staat integriert (die innere Autonomie
blieb erhalten, während das Militär Rom zufiel. Caere
erhielt das "civitas sine suffragio"
(Bürgerrecht ohne politisches Stimmrecht). Auch die Herniker,
die östlichen Feinde, wurden besiegt und in ein Bündnissystem
gezwungen. Die Straße nach Kampanien geriet unter römische
Kontrolle.
Latinerkrieg:
Bei den ca 50 Jahre andauernden Kämpfen enstanden Zwistigkeiten
unter den Bundesgenossen um den Beuteanteil und politischen Einfluss.
Dies führte zu einem Bruderkrieg, den Rom nur mit äußerster
Anstrengung gewinnen konnte, obwohl sich die meisten Stämme
gegen Rom gestellt hatten (340-338 v.Chr.).Bis auf einige wenige
Städte, die Rom treu blieben (oder rechtzeitig umschwänkten),
wurde die Souveränität aller latinischen Städte aufgehoben
und ihre Bevölkerung in den römischen Staat integriert.
Der Staat wuchs auf 6000 km², das Wehrpotential verdoppelte
sich. Rom begegnete seinen Gegner mit "Zuckerbrot und Peitsche"
- so wurden die Latiner in den Staat unter Zwang integriert, bekamen
aber in den Kämpfen gegen die Samniten einen gerechten Teil
der Beute. Der Unterschied zu anderen Stadtstaaten dieser Zeit war,
dass Rom eine große Stadt mit zahlreichen kleinen städtischen
Siedlungen (die ex-Latiner Städte, den sogenannten municipiae
(Landstädten) ist. Diese erhielten zur Entlastung der Verwaltung
beschränkte Aufgaben, wie die niedere Gerichtsbarkeit, Marktgerichtsbarkeit
und Aufgaben die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln. Dieses
Modell bildete die Grundlage für die Aufnahme weiterer Städte
in das römischen Bundesgenossensystem.
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Die
Ständekampfe: Im 5. und 4. Jahrhundert gab es schwere Spannungen
zwischen Bauernschaft und dem Adel. Dieses soziale Bewegung wurde
durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und Versorgungsengpässe
ausgelöst, entscheidender aber ist, dass die Masse der Bauern
durch den Wandel in der Kampfestaktik an Selbstvertrauen und -bewußtsein
gewann. Die Gesellschaft war in zwei Schichten eingeteilt: auf der
einen Seite stand der patrizische Adel (als einheitliche Gruppe,
bestehend aus Familien- und Sippenoberhäuptern, die allmählich
an Macht gewonnen hatten), auf der anderen Seite stand die Bauernschaft
(auch Plebs oder Plebejer
genannt (von plere = füllen, Menge
s.u.), sie waren weniger einheitlich, denn sie bestanden aus einem
geringen Teil an Handwerkern, freien Bauern und einem großen
Clientel (also den Adligen direkt unterstellt). In der Kampfestaktik
der Römer hatte es Veränderungen gegeben, die nun die
Plebejer auf den Plan riefen. Man war vom adligen Einzelkampf zur
Phalanx übergegenagen.
Diese Taktik, bereits im 7. Jahrhundert von den Griechen praktiziert,
verlangte eine große Anzahl an Schwerbewaffneten. Dies setzte
voraus, dass viele erfahrene Krieger an den Kampfhandlungen teilnehmen,
diese Krieger ein gewisses Vermögen besitzen mussten, um sich
auszurüsten und die Fähigkeit zu eiserner Disziplin. Diese
große Anzahl an Kämpfenden wurde nun von einem Teil der
Bauernschaft ausgefüllt (plere, daher der Name Plebejer). Nach
damaligen Denken war der Dienst an der Waffe verbunden mit politischer
Mitbestimmung. Daraufhin erfolgte ein engerer Zusammenschluss der
Patrizier. Sie nutzten die staatlichen Machtmittel, die sie besaßen
und wurden von ihrer Clientel unterstützt. Das stärkste
Machtmittel war allerdings die religiöse Verknüpfung mit
den politischen Ämtern. Es wurde behauptet, die Auspizien
(das Recht auf staatliche Aktivität) sei nur den Patriziern
vorbehalten. Somit wurde den Plebejern eine Mitbestimmung untersagt.
Damit war den Plebejern jede rechtskonforme politische Aktivität
genommen. Trotzdem schufen sie eine Organisation, eine gegen die
geltende Staatsmacht gerichtete Einrichtung, in der sie ihren Willen
kundtun konnten, das Volkstribunat.
Hierzu sollte gesagt werden, dass sich die Plebejer nicht gegen
die herrschende Sozialstruktur auflehnten, sondern "nur"
eine Mitbestimmung forderten. Das Volkstribunat bestand aus zwei
Institutionen, aus erst zwei, später zehn Tribunen des plebejischen
Volkes (tibuni plebis), sie
waren Vorsteher, also auch Exekutive des Volkes, und der Versammlung
aller Plebejer (concilium plebis),
die Beschlüsse (plebiscitia) fasste
und programmatische Erklärungen machte und sich zu aktuellen
politischen Fragen beriet.Das Concilium plebis war nicht nach getilizischen
Kurien sortiert, sondern regional nach Tribus. Zusätzlich gab
es zwei Ädilen aus einem Tempelamt
(für marktpolitische Belange und religiöse Funktionen).
Um die Tribunen vor dem Zugriff der patrizischen Beamten zu schützen,
erhielten sie einen sakralen Nimbus (sacrosanctitas),
der förmlich durch einen Schwur auf dem Aventin der heiligen
Göttinin Cere gefestigt wurde. Die sakrale Weihe sollte sie
schützen, da die Tribune als gegen die politische Macht eingesetzte
Institution über keinerlei Rechtsschutz verfügten. Vergriff
sich einer der Beamen an den Tribunen, war er sacer
(verflucht) und wurde von allen geächtet - so die Theorie.
Tatsächlich wurden die Tribunen geschützt, in dem alle
Plebejer sofort zur Hilfe eilten, wenn ein Volkstribun angegriffen
wurde. Der religiöse Nimbus war also lediglich Ausdruck der
politischen Kräfte, die hinter dem Tribunen standen. Wenn ein
Plebejer, den ein Magistrat bestrafen wollte, zu einem Tribunen
lief (appelatio) und ihn um Hilfe bat
(der Tibun sollte nun helfen "auxilium
ferre"), stellte sich der Tribun zwischen seinen "Schützling"
und den Magistraten (intercessio).
Missachtete der Magistrat die Heiligkeit des Tribunen, schritt die
plebejische Menge ein und wehrte den Sakralverbrecher ab. Die Tribune
bildeten auf diese Weise mit der Zeit die Praxis des Verbietens
ein (sprich intercedo, veto).
So usurpierte sie Versammlung der Plebejer schließlich ein
Beschlußrecht, das sogar Todesutreile einschloss. Die Patrizier
sahen die "Machenschaften" der Plebejer als nicht rechtskonform
an - doch durch den politischen Druck wirkten sie als faktische
Macht. Weitere Kampfmaßnahmen der Plebejer waren Streiks (z.B.
die Verweigerung, einberufen zu werden) und sogar der Generalstreik
(symbolisiert durch den Auszug der Streikenden aus der Stadt). Die
Folge war, dass die Patrizier machen Forderungen nachgaben. Den
Plebejern wurde eine Beteiligung an der Wahl des höchsten Magistraten
eingeräumt - da die höchsten Magistrate auch Feldherren
waren und die Plebejer im Kampf an vorderster Stelle kämpften,
mussten die Patrizier den Plebejern diese Mitbestimmung auch legitimieren.
Die
Heeresversammlung wurde nun als die die Magistrate wählende
Volksversammlung eingerichtet. Diese war nach Hundertschaften (centuriae)
organisiert ("die nach Zenturien gegliederte Volksversammlung
- comitia centuriata"). Diese
Heeresversammlung war gegliedert nach Reitern (equites),
schwerbewaffneten Fußsoldaten (pedites,
classis), Leichtbewaffneten (velites)
und Handwerkern und Spielleuten (sehr geringer Teil). Zur Eingliederung
in die Waffengattungen war das Vermögen entscheidend, denn
wie schon erwähnt, musste sich jeder Kämpfende selbst
ausrüsten. Folglich war diese Volksversammlung ein nach Vermögen
abgestufter Abstimmungskörper. In späterer Zeit ergab
sich als Summe aller Abstimmungsabteilungen (bzw. Zenturien) die
Zahl 193, verteilt auf 18 Reiter-Zenturien, dann 80 Zenturien der
Fußsoldaten, aufgeteilt in 5 Untergruppen, dann 20 + 20 +20
+ 30 und die restlichen 5 Zenturien verteilt auf Handwerker, Spielleute
und nichts Besitzende, den proletari
(die kein Vermögen, sondern nur Nachkommen (proles)
Besitzenden). Bei dieser Verfassungs-Konstruktion können wir
von einer "Timokratie" sprechen,
einer politischen Ordnung mit Vermögensschätzung. Für
die Römer war diese Verfassung sehr modern und entsprch den
plebejischen Forderungen. Dazu wurde mit den "Zwölf
Tafeln" das Recht kodifiziert. Den Plebejern kam es
auch auf die ihnen zugesicherte Rechtssicherheit an, der Wortlaut
und der Umfang wurden nun durch die Tafeln für jedermann zugänglich
aufgestellt. Die Rechtsprechung wurde nun vom Sakralen getrennt,
es sollte jedoch noch eine Weile dauern, bis dieses formalistische
Spruchrecht interpretiert und modifiziert zum berühmten "Römischen
Recht" werden sollte.
Die
Kommision der decemviri (zehn Männer)
schrieb die für die damalige Zeit wichtigsten Dinge des Rechts
auf zwölf Tafeln. Hierbei wandte man sich wahrscheinlich an
die Stadt Kyme, um Hilfe bei der Kodifikation zu bekommen, da die
Griechen bei der schriftlichen Fixierung des Rechts bereits viel
Erfahrung hatten. Mit der Aufhebung des Eheverbots zwischen Plebejern
und Patriziern wurde die privatrechtliche Grenze zwischen den Ständen
beseitigt, somit wurden Plebejer autonome Rechtspersonen, die nicht
mehr die Hilfe des Adels benötigten, um Recht zu erlangen.
Zu den patrizischen Konzessionen kamen Zugeständnisse der Plebejer
- sie gaben ihre irreguläre Strafgerichtsbarkeit auf, während
ihre Organisation bestehen blieb. In diversen außenpolitischen
Kämpfen bestand die Neuordnung ihre Bewährungsprobe.
Doch
später, vor allem in den Kämpfen mit Veji wurden die in
der ersten Schlachtreihe kämpfenden Plebejer aufs Härteste
gefordert - im Gegenzug forderten sie noch mehr politische Mitbestimmung.
Die nach den langen inneren Unruhen erprobten plebejischen Führungsgestalten
(durch Staatstätigkeiten, aber auch in ihren Rollen als Feldherren)
und die nachrückenden Tribune und Ädile wollte die plebejische
Masse nun auch aktiven Anteil am politischen Leben, d.h. sie wollten
auch das passive Wahlrecht auf das höchste Magistratsamt, um
plebejische Interessen besser vertreten zu können. Doch wie
bereits erwähnt, war das Magistrat an Sakralrechte gebunden,
das jedoch dem Patrizitat vorbehalten war.
Der
endgültige Ausgleich erfolgte Zug um Zug. Bereits früh
hatte es Teilerfolge der Plebejer gegeben. Das höchste Magistratenamt
wurde auf zuerst drei, dann sechs Magistrate ausgweitet, von denen
auch einige Plebejer waren. Diese Vermehrung der Kommandostellen
ist wohl auf die Differenzierung des Heeres zurückzuführen.
Als kurz nach dem Sieg über Veji beim Kelteneinfall Rom vernichtend
geschlagen wurde, bedeutete dies eine Niederlage des patrizischen
Staates, was wiederum zu einer inneren Stärke der plebejischen
Führer führte. Es ergaben sich neue Forderungen, härtere
Kämpfe als zuvor waren die Folge. Wie schon gesagt hatten die
Plebejer an Erfahrung gewonnen, wichtiger war jedoch die große
Resonanz für die plebejischen Führungsfiguren bei den
Massen. Durch die Schwächung des Patriziates kam es zur Anarchie
und nur das Fehlen außenpolitischer Konflikte verhinderte
eine Katastrophe - am Ende fühlten sich die Patrizier zum Einlenken
gezwungen: Plebejer wurden zum obersten Magistratenamt zugelassen.
Eine Neuschaffung der Staatsführung ist die Folge. Es kam zu
einer Verdoppelung des obersten Amtes. Einer der Magistrate musste
ein Patrizier, der zweite konnte ein Plebejer sein. Beide
waren für die gleichen Aufgabenbereiche zuständig und
durften ein Veto gegen die Entscheidung des anderen einlegen. Wegen
der erzwungenen Zusammenarebit wurden die beiden obersten Ämter
consules genannt. Anfangs gab es wohl
noch den praetor maximus, den nun vor allem Gerichtsangelegenheiten
zu klären hatte, nach und nach rückte er jedoch in den
Hintergrund. Um eine Überwachung der Magistrate gewährleisten
zu können, wurden einige Rechtskontrollen eingeführt:
die Annuität (Beschränkung eines Amtes auf ein Jahr),
die Kumulation (das Verbot der Anhäufung von Ämtern),
die Kontinuation (die Bekleidung mehrerer Ämter hintereinander),
die Iteration (Wiederholung des gleichen Amtes) und durch Gewohnheit
(mos) war jeder Beamte verpflichtet, vor allen wichtigen Beschlüssen
einen Rat von Vornehmen und Fachleuten (consilium) anzuhören
(in dem natürlich auch nobiles saßen). Das Volk hatte
am Zustandekommen von Beschlüssen nur passiven Anteil - sie
konnten lediglich über die von der Versammlung und den Magistraten
gemachten Vorschläge abstimmen, jedoch keine eigenen Anträge
einbringen. Allerdings wählten die Römer die Magistrate
und konnten in den Volksversammlungen durch Abstimmungen mitentscheiden.
Einen wesentlichen Anteil am politischen Geschehen hatte der einfache
Bürger durch seinen Wehrdienst (das römische heer war
im Wesentlichen ein Milizheer). Der Bürger wurde nach Bedarf
einberufen und erhielt für seine Tätigkeiten einen Wehrsold,
der entweder aus Geld, einem Teil der Beute oder sogar einem Stück
Land bestand. Die Schwäche des Milizwesens lag vor allem darin,
dass die Soldaten größtenteils Bauern waren und bei langen
Feldzügen nicht zu ihren Höfen zurück-kehren konnten
- Ernten gingen verloren.
Die
Konsulatsverfassung war also ein Produkt
der Ständekämpfe (nach römischer Geschichtsschreibung
367 v. Chr), Volkstribune sollten nach Tradition am Gesetzgebungswerk
mitgewirkt haben - dies durften sie jedoch noch gar nicht, da nur
unverbindliche plebiszite von ihnen erlassen werden durften (mit
der lex hortensia (287 v. Chr.) wurden Plebiszite, also Beschlüsse
der Volksversammlung für das ganze Volk verbindlich); die Volkstribunen
waren aber wohl maßgeblich am Kompromiss beteiligt). Weitere
Neuerungen bestanden in der Schaffung neuer Ämter, nämlich
des Gerichtsbeamten (praetor urbanus)
und der kurilischen Ädilen (die
Ämter waren anfangs nur für Patrizier offen). Nach und
nach gab es einen plebejischen Konsulen, der nach seinem Amtsjahr
in den Senat eintrat. Somit füllte sich von Zeit zu Zeit der
Senat mit Plebejern, die teilweise auch erfahrene Feldherren waren
(sie hatten sich in den Kriegen mit den Samniten und den Latinern
bewährt). Auch die Volkstribunen durften an den Senatssitzungen
teilnehmen. Zwar behielten die Patrizier ihr Ansehen, doch die Plebejer
"rückten nach"; anfangs gab es noch große Fluktuationen
der Familien der Plebejer, doch später etablierten sich auch
eine ganze Reihe von immer höher angesehenen Plebejerfamilien:
die neue Adelsschicht der Nobilität (nobilitas)
trat auf den Plan. Mit dem Ende der Samnitenkriege hatte sich diese
Nobilität so gefestigt, dass es für aufstrebende Plebejer,
dessen Familien sich noch keinen "Namen" gemacht hatten,
immer schwieriger wurde, in politische Ämter vorzudringen -
wenn es jemand schaffte wurde er "homo novus" genannt
(neuer Mann). Wir sehen, dass sich an der Sozialstruktur nur wenig
geändert hat, nun haben auch Plebejer ihre Clientel aufgebaut.
Die mit der Zeit entstandene Verfassung blieb bis zu ihrer Auflösung
durch den Diktator Caesar im Westenlichen bis 46 v. Chr. bestehen.
©
Florian Brauel 2003
Quellen:
Geschichte
der Römischen Republik, Jochen Bleicken
Dtv Atlas Weltgeschichte, Band 1
Übung "Römische Geschichte", Dreyer, Universität
Göttingen 2003
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