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Die
Golfkriege
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Irak nach dem 2. Weltkrieg eine Monarchie unter britischem
Protektorat ist, wird im Sommer 1958 die Republik ausgerufen.
1955 hatte es den so genannten Bagdad-Pakt als Verteidigungsabkommen
gegen die Sowjetunion gegeben. Religiöse (Sunniten und Schiiten)
und ethnische (Kurdenproblem) Differenzen belasten das Land.
In einem Militärputsch wird 1968 der der Baath-Partei
anhängende General al-Bakr Präsident.
1972 wird ein Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion unterzeichnet. Es
folgen Spannungen mit dem Iran wegen des Mündungsgebietes
von Euphrat und Tigris Schatt al-Arab
und der Kurdenfrage. Dem Irak missfallen Bemühungen, die Spannungen
zwischen Israel und Arabern abzubauen. Ende der 70er Jahre
erfolgt der Bruch mit der Sowjetunion, Kommunisten werden
im Land hingerichtet. Am 16. Juli 1979 tritt al-Bakr zurück und Ministerpräsident Saddam Hussein wird Präsident. |
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Am
22. September 1980 greift der Irak sein Nachbarland Iran
an, um Gebietsansprüche um die fruchtbare Region Schatt
al-Arab mit militärischer Gewalt geltend zu machen.
Der
Irak sieht die Chance, die Vormachtstellung im Nahen Osten
zu ergreifen und will zusätzlich von inneren Problemen ablenken.
Hussein
beginnt seine Offensive mit dem Einmarsch in die iranische
Provinz Khusistan, es folgen Angriffe aus dem Gebiet Kurdistan.
Dem Iran gelingt es in der Folge, die besetzten Gebiete
vom Irak zurückzuerobern.
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Saddam Hussein (* 28.04.1937 nahe Takrit),
1979 zum Präsidenten aufgestiegen, entpuppt sich als ein
brutaler Militärdiktator. Besonders rigoros ist er mit der
Verfolgung der Kurden im Nordirak. Er lässt Tausende umbringen
und verfolgt gnadenlos innenpolitische Feinde.
Nach dem Eintritt in die Baath-Partei misslingt ein Mordanschlag auf den damaligen
Präsidenten und Hussein muss nach Syrien und später Ägypten
flüchten, wo er Jura studiert. 1968 kehrt er zurück und
steigt unter seinem Mentor, dem Präsidenten al-Bakr
in hohe Positionen auf – nach dessen Rücktritt wird er Präsident).
Sofort macht er sich mit blutigen Säuberungsaktionen einen
gefürchteten Namen. (Hussein ist der Vorsitzende des 9 köpfigen
„Revolutionären Kommandorates, der zusammen mit der beratenden
Nationalversammlung laut der „provisorischen Verfassung“
die Regierung bildet.
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In
den nächsten 6 Jahren folgen erbitterte Abnutzungskriege.
Erdöltanker werden beliebtes Ziel für die Kontrahenten.
Während
der Irak ein deutlich stärkeres Militär besitzt, hält der
Iran mit einer Masse an Kämpfenden dagegen. Darunter befinden
sich Jugendliche und sogar Kinder, die vom schiitischen
Ajatollah Komeini zum „heiligen Krieg“ aufgerufen werden. Der Irak beschuldigt
den Iran, Kurden auf irakischem Gebiet zu unterstützen.
1988
gibt es ca. 1 Mio. Soldaten auf beiden Seiten. Der Irak
besitzt 4500 Panzer, der Iran ca. 1000, 4000 gepanzerte
Kampffahrzeuge auf Seiten des Iraks stehen 1360 iranische
gegenüber, die Überlegenheit der Artillerie beträgt für
den Irak 5500 zu 600.
Der
Irak setzt chemische Kampfmittel ein, vor allem Senfgas,
das auch aus den USA stammt. (Später, nach dem Krieg, duldet
die amerikanische Regierung den Diktator und stellt ihm 1988
und ´89 eine Mrd. Dollar zum Ankauf amerikanischer Agrarprodukte
zur Verfügung. Allerdings liefern die USA auch Anthrax-
Erreger, sowie Helikopter und Material, das auch zur Produktion
von chemischen und biologischen Waffen eingesetzt werden
kann.)
Die
Lieferung von Waffen und anderem Kriegsmaterial erfolgt
durch bis zu 40 Staaten (mind. 10 beliefern sowohl den Irak
als auch Iran).
Zu
dieser Zeit erhält der Irak auch Unterstützung seitens arabischer
Staaten, vor allem durch Saudi-Arabien und Kuwait (sie befürchten,
einen sich ausweitenden Konflikt).
Besondere
Hilfe wird dem Irak auch durch Ägypten zu Teil: ca. 2 Mio.
Arbeiter, die im Krieg frei gewordene Stellen besetzen,
stammen aus Ägypten.
Als
die NATO Staaten Kriegsschiffe entsenden, droht eine weltweite
Eskalation. Die USA geben kuwaitischen Tankern Geleitschutz,
während ein irakischer Jäger einen Angriff auf ein US-Kriegsschiff
fliegt; anderenorts: Abschuss eines Linienfliegers des Irans
mit 300 Toten durch die Amerikaner.
Schließlich
fordert die UNO die kämpfenden Parteinen zum Waffenstillstand
auf, der 18. Juli 1988 auch von der kriegsmüden iranischen
Regierung akzeptiert wird (der Irak hatte kurz nach der
Forderung der UNO zum Waffenstillstand zugestimmt). Der
Iran verliert wichtige umkämpfte Gebiete an den Irak, die
Bevölkerung ist kriegsmüde und die wirtschaftlichen Schäden
sind immens. Zudem ist der Iran außenpolitisch zunehmend
isoliert.
Im
folgenden gibt es innerirakische Konflikte: Hussein unterdrückt
weiterhin die Schiiten; man fürchtet deren Überlauf zum
Iran. Eine UN Beobachtergruppe kontrolliert zu diesem Zeitpunkt
die Grenzzone zwischen den ehemaligen Kriegsparteien.
Hussein
geht massiv gegen Kurden vor, mit erschreckendem Höhepunkt,
dem Giftgasanschlag auf das Dorf Halabdja,
dem 5000 Zivilisten zum Opfer fallen; viele Kurden flüchten
– die Welt- öffentlichkeit ist empört.
Der
1.Golfkrieg hatte eine neue Dimension zwischenstaatlicher
Auseinandersetzung gezeigt: „Zwei Entwicklungsländer kämpften
auf eigene Rechnung gegeneinander.“ (Prof. Dr. Martin Robbe,
Berlin Brockhaus).
Mit
dem Golfkrieg, dem Konflikt zwischen dem Irak und dem Iran
war ein weiterer Konfliktherd im Nahen Osten geboren
Der
Krieg hatte den Iran 300.000 Tote und 650 Mrd. Dollar gekostet.
Der Irak hatte 200.000 Tote zu beklagen und litt unter den
Kriegskosten von ca. 450 Mrd. Dollar.
Der 2. Golfkrieg
Das
Defizit aus dem 1.Golfkrieg von 450 Mrd. Dollar sollte mit
Hilfe des Erdöls kompensiert werden.
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Kriegsromantik sollte den Zuschauern am Fernsehschirm vermittelt
werden. Durch so genannte „smart weapons“,
könne ein Krieg nahezu ohne zivile Verluste geführt werden
– ähnlich eines präzisen chirurgischen Eingriffs - auf Seiten
der Alliierten starben 300, während der Irak den Verlust
von geschätzten 110.000 Soldaten zu beklagen hatte.
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Die
OPEC, ein Zusammenschluss der erdölfördernden
Länder, reguliert die jährliche Fördermenge des Erdöls.
Jeder Staat darf nur eine begrenzte Menge an Erdöl pro Jahr
fördern, um eine langfristige Versorgung mit Öl zu garantieren
und die Preise stabil zu halten. Als jedoch Kuwait in den
Jahren nach dem 1. Golfkrieg mehr Erdöl fördert, sinken
die Preise pro Barrel Öl entscheidend.
Der
Irak sieht dies im Zuge seiner Verschuldung als offene Provokation.
Tatsächlich
sollen die USA Druck auf Kuwait ausgeübt haben, mehr Öl
als erlaubt zu fördern. Während ein militärisches Einschreiten
Husseins in Kuwait sich immer deutlicher abzeichnet, signalisieren
die Amerikaner in Person von Botschafterin April C. Glaspie
Neutralität.
Am
02. August 1990 besetzt der Irak Kuwait und erklärt es wenige
Wochen später zu seiner 19. Provinz. Noch am 02. August
fordert der UN-Sicherheitsrat mit der Resolution 660 den
sofortigen und bedingungslosen Rückzug aus Kuwait.
Unter
Führung der USA wird eine mulitnationale
Streitmacht geschaffen – ihr Ziel: Formation gegen den Irak.
Am 10. August schließt sich die Arabische Liga mit knapper
Mehrheit für die Beteiligung am Aufmarsch an.
Ein
offenes Geheimnis ist, dass die USA stark interessiert sind,
mehr Einfluss auf die ölfördernden
Staaten zu erlangen, um die Abhängigkeit von einzelnen Ölförderern
zu minimieren. Letztlich können sie Saudi Arabien davon
überzeugen, dass Hussein auch für die Saudis eine ernstzunehmende
Bedrohung darstellt. Allerdings werden Fehlinformationen
zur Untermauerung dieser Bedrohung benutzt. So erklärt der
amerikanische Geheimdienst, an den Grenzen Kuwaits stehe
eine Panzerarmee mit hunderten Panzern. In Wirklichkeit
ist diese Armee jedoch sehr klein.
Die
USA setzen ihren Willen durch: amerikanische Stützpunkte
werden auf arabischen Terrain errichtet. Mit amerikanischen
Truppen auf dem Gebiet Saudi-Arabiens ist der Einfluss der
USA auf Ölförderung und –preis somit drastisch gestiegen.
Innerhalb
kürzester Zeit wird Kriegsmaterial mit großem logistischen Aufwand installiert und Soldaten am Golf stationiert.
Im Oktober sind es 230.000 Marines.
Am
29. November verabschiedet der UN-Sicherheitsrat auf Antrag
der USA eine Resolution, die dem Irak das Ultimatum stellt,
Kuwait bis zum 15. Januar 1991 zu verlassen.
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Als
das Ultimatum verstrichen ist, stellt die alliierte Streitmacht
680.000 Soldaten gegenüber 550.000 Irakern.
Während
weltweit Proteste unter dem Slogan „Kein Blut für Öl“ aufkeimen,
beginnen die alliierten Streitkräfte unter Führung General
Norman Schwarzkopfs am 17. Januar mit Luftangriffen gegen
den Irak (das Ultimatum war am 15. Januar ausgelaufen).
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Eine Umweltkatastrophe ungeahnten Ausmaßes droht, als
fliehende irakische Truppen Ölquellen in Kuwait und im Irak
entfachen. Auf Satellitenbildern sieht man immense Rauchwolken
das Golfgebiet be-decken.
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Nach
dem Einmarsch hatte Hussein alle Ausländer in Kuwait gefangen
nehmen lassen, um sie als „lebende Schutzschilde“ in wichtigen
Gebäuden zu missbrauchen. Auf Israel und den Iran feuert
er SCUD Raketen, um Israel zu einem Eintritt in den Krieg
zu provozieren – dies würde vermutlich anti-israelische
Länder ebenfalls mit in den Krieg ziehen und die alliierte
Koalition würde zerbrechen. Auf Drängen des Westens enthält
sich Israel und erhält militärische Hilfe von Deutschland,
den USA und weiteren Staaten. Es werden Patriot- Abwehrsysteme
installiert, um vor Übergriffen der Iraker zu schützen.
Nach
nur wenigen Wochen ist der Irak besiegt und erklärt sich
zur Unterzeichnung der UN-Resolutionen am 27. Februar bereit
– die Alliierten dringen nicht bis in die Hauptstadt vor.
Der Diktator bleibt an der Macht. Während sich oppositionelle
Gruppen wie Schiiten und Kurden Hoffnung auf Unterstützung
seitens der USA gemacht hatten, bleibt diese Hilfe aus.
In der Folge werden sie noch stärker von Hussein verfolgt.
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Die wirtschaftlichen Folgen des 2. Golfkrieges für
den Irak sind katastrophal: Nahrungs-mittelpreise
schießen in die Höhe,
Medikamente werden rar – Wirtschafts-sanktionen,
die seit dem 06. August 1990 aufrechterhalten werden, begrenzen
die Einfuhr von unter anderem Antibiotika und Nahrungsmitteln.
Das Programm „Öl für Nahrungsmittel“ kann den Bedarf nicht
decken. Zudem leidet die Bevölkerung an den Umweltschäden,
die der Krieg verursacht hat – viele Kinder kommen in Gebieten,
in denen die USA umstrittene Uran- Munition eingesetzt haben,
missgebildet zur Welt.
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Viele
Kinder sterben an Unterernährung und fehlenden Medikamenten.
Mit dem Aufbauhilfeprogramm „Öl für Nahrungsmittel“ soll
eine humanitäre Katastrophe abgewendet werden.
Die
USA setzen im Feldzug uranhaltige Munition ein, die irreparable
Gesundheitsschäden in der irakischen Bevölkerung und bei
amerikanischen Soldaten hervorrufen sollte. Noch heute werden
nicht lebensfähige Kinder im Süden des Irak mit Mutationen
geboren. Viele der in der Operation Wüstensturm eingesetzten
Soldaten konnten den Dienst an der Waffe nicht weiter ausführen.
Viele starben an Krebs, wurden unfruchtbar und reichten
die Frührente ein. Das amerikanische Militär leugnete den
Zusammenhang mit dem radioaktiven Material, um nicht für
die gesundheitspolitischen Konsequenzen gerade zu stehen
– eine massive Enttäuschung für viele Beteiligte.
Im
Vorfeld des Krieges hatte die amerikanische Militärführung
ein Schreckensbild der irakischen Armee gezeichnet, das
die jungen amerikanischen Soldaten antreiben sollte. Was
sie jedoch vorfinden, sind schlecht ausgebildete Iraker,
die gegen die Macht der amerikanischen High-Tech Waffen hoffnungslos unterlegen waren. Dies erklärt
die Zahl der hohen Verluste auf irakischer Seite von ca.
110.000 Toten.
Zudem
findet der saubere Krieg nur im Fernsehen - CNN ist erstmals
in einem Krieg live dabei – statt.
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Der Diktator Hussein, der weiter seinen Personenkult
feiern lässt, hat durch die ersten beiden Golfkriege den
einstmals wohlhabenden Staat mit den größten Erdölvorkommen
der Welt in den Bankrott geführt. In den beiden Kriegen
müssen über 300.000 Iraker ihr Leben lassen. Die Zahl der
innenpolitischen Opfer, die durch Hinrichtung und Verfolgung
sterben, lässt sich nur schätzen.
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Am
27. August 1992 wird eine Flugverbotszone über dem
Süd-Irak durch die USA, Großbritannien und Frankreich zum
Schutz der schiitischen Minderheit errichtet. Seit 1991
werden auch die Kurden im Norden geschützt.
Zwischenzeitlich
gibt es immer wieder Konflikte zwischen Irak und den USA:
der Irak plant angeblich die Ermordung Bushs, es folgen
Vergeltungsschläge der Amerikaner. Irak bedroht Kuwait und
fordert ein Ende der Sanktionen gegen den Irak.
Der
3. Golfkrieg
Nach
dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September
2001 klagt der amerikanische Präsident George W. Bush den
Irak an, eine „Achse des Bösen“ mit dem Iran und Nordkorea
zu bilden.
Er
wirft Hussein vor, nicht nur Massenvernichtungswaffen zu
besitzen und diese gezielt gegen Feinde einsetzen zu wollen,
sondern auch Terroristen zu beherbergen und diese zu unterstützen.
Ebenso klagt er den Diktator an, willkürlich mit seinen
innenpolitischen Feinden umzugehen und diese aufs Brutalste
zu verfolgen.
Zuvor
hatte Bagdad immer wieder UN-Waffenkontrolleure an ihrer
Arbeit gehindert und sie zeitweise ausgewiesen. Am 06. August
1998 erklärt Hussein aus Protest gegen die seit 8 Jahren
andauernden Sanktionen, die Kooperation mit den UN-Inspektoren
für beendet. Es folgen vereinzelte US- Luftangriffe gegen
den Irak.
Viele
halten die Sanktionen gegen den Irak für schwer nachvollziehbar
– die UN stellt die Aufhebung der Sanktionen in Aussicht,
wenn der Irak kooperiert.
Auf
Drängen des UN-Sicherheitsrates unter Führung der USA gestattet
der Irak letztendlich am 16. September 2002 doch die Kontrollen
unter der Führung des UN- Waffeninspektors Hans Blix.
Eine erneute Weigerung des Iraks hätten die USA als Kriegslegitimation
empfunden, da der Irak somit gegen UN- Resolutionen verstoßen
hätte.
Doch
diese Kontrollen reichen den USA plötzlich nicht mehr aus,
nachdem man längere Zeit auf die Waffenkontrolleure gepocht
hatte – man fordert eigene Experten im Land. Dazu machen
sich die USA für schärfere UN- Resolutionen gegen den Irak
stark (01. Oktober 2002). Die Resolution 1441, die dem Irak
eine letzte Chance gibt, seine Massenvernichtungswaffen
zu zerstören, wird vom Irak nach wenigen Tagen bedingungslos
akzeptiert.
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UN Generalsekretär Kofi Annan hält einen Angriff auf
den Irak ohne Beweise für eine Verletzung des Völkerrechts.
Er mahnt die USA gegen ein eigenständiges Vorgehen ohne
Absprache mit der UNO.
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Geroge W.Bush beschuldigt
den Irak, Massen-vernichtungswaffen
zu produzieren und sie auch einsetzen zu wollen. Im Zuge
seiner weltweiten Operation gegen den Terrorismus stelle
der Irak eine Gefahr dar. Der Diktator müsse gestürzt werden.
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Die
USA drohen dem Irak mit einem Angriff, während Uneinigkeit
die UNO spaltet. Der Generalsekretär Kofi Annan warnt die
USA vor einem voreiligen Alleingang. Es müsse schon Beweise
geben, die eine militärische Intervention legitimieren.
Zu
den Gegnern des drohenden Krieges zählt neben Frankreich
und Russland auch Deutschland. Kanzler Gerhard Schröder
wettert gegen einen Krieg gegen den Irak ohne UN- Mandat
und bindet im Wahlkampf entscheidende Stimmen an sich. Weltweit
gibt es Proteste – eine neue Friedensbewegung keimt auf.
Auf
Seiten der USA stehen vor allem Großbritannien, Spanien,
Italien und Polen.
US-
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld
kritisiert die Haltung der Staaten, die gegen einen Irak-
Krieg sind, und spricht vom „alten Europa“ – dies löst Empörung
in Deutschland aus.
Die
Beziehungen zwischen den Kriegsbefürwortern und –gegnern sind stark angespannt.
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Schröder und Chirac unterliegen im Kampf gegen den unpopulären Krieg.
Differenzen in Kriegsfragen belasten deutsch-amerikanische
Beziehungen. Aber auch innerhalb Europas herrscht Uneinigkeit.
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| Am
09. Januar berichtet Waffeninspektor Blix,
man habe keine illegalen Waffen im Irak gefunden, der Irak
arbeite jedoch nicht ausreichend mit den UN-Kontrolleuren
zusammen. Am 27. Januar das gleiche Bild: Irak habe nicht
bewiesen, dass er seine Massenvernichtungswaffen
zerstört hätte, es liegen aber auch keine Beweise vor, dass
es überhaupt Waffen gegeben hat. |
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Massenproteste mit Millionen Demonstranten weltweit
prägen das Bild dieser Wochen.
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Am
05.02.2003 legen die USA dem UN- Sicherheitsrat nach längerer
Ankündigung angebliche Beweise vor, die eine militärische
Intervention im Irak rechtfertigen sollen. |
| Die USA nennen Deutschland, das weiter bei einem „Nein“
bleibt, zur Provokation in einem Atemzug mit Libyen und Kuba.
In Europa werden vielerorts amerikanische Produkte boykottiert. |
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Unter
anderem soll der Irak ein neues Atomwaffenprogramm gestartet
haben, mobile „Giftgasküchen“ unterhalten und über versteckte
Waffenarsenale verfügen. Später stellt sich heraus, dass
es diese Einrichtungen nicht gibt. Dem Irak wird vorgeworfen,
über Raketen zu verfügen, die eine weitere Reichweite haben,
als die Resolutionen erlauben (El Samud
2 haben eine größere Reichweite als 150 km, sie fliegen
bis zu 183 km weit). Die Antwort des Iraks: „es kann schon
sein, dass einige der Raketen 30 km weiter fliegen als erlaubt,
es handle sich um veraltete Raketen mit ungenauem Leitsystemen.“
Die
Suche nach Massenvernichtungswaffen, der Legitimation für
den Angriff, sollte auch nach dem Krieg erfolglos bleiben.
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Im Februar 2003 befinden sich ca. 150.000 amerikanische
Soldaten in der Golfregion. Die Truppenstärke wird weiter
aufgestockt.
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Während
Blix dem Irak ein Ultimatum stellt,
die „El Samud 2“ Raketen zu vernichten,
reichen die Kriegsgegner dem UN-Sicherheitsrat ein Memorandum
ein, das eine friedliche Lösung des Konfliktes fordert,
da es keine Gründe für einen Gewalteinsatz gebe. Die El
Samud 2 Raketen werden zerstört
wie gefordert.
Während die Kriegsgegner andeuten, gegen eine Resolution
gegen den Irak zu stimmen, die einen Krieg zur Folge hätte,
kündigt Bush am 06. März eine entscheidende Abstimmung im
UN-Sicherheitsrat an, denn „es (wäre) an der Zeit, dass
die Leute ihre Karten auf den Tisch legen.“ Die USA, Großbritannien
und Spanien legen einen Resolutionsentwurf vor, der ein
erneutes Ultimatum an den Irak stellen soll. Russland und
Frankreich kündigen ihr Veto an. Kurze Zeit später, am 17.
März 2003, geben die USA und Großbritannien ihr Werben um
ein UNO-Mandat auf und stellen Hussein ein 48 Stunden Ultimatum,
den Irak zu verlassen.
Einige 10.000 Soldaten und Panzer werden an den Grenzen
Kuwaits postiert.
Kurze
Zeit nach Ablauf des Ultimatums beginnen Kampfhandlungen
gegen den Irak.
Unter
dem Operationsnamen „Iraqi Freedom“
hat der 3. Golfkrieg begonnen.
Der
amerikanische Geheimdienst hat Informationen über den Aufenthaltsort
Husseins und engster Berater. Der Versuch, den Diktator
bei einem gezielten Erstschlag zu beseitigen, misslingt.
Irak
kontert mit vereinzelten, ungezielten Raketenangriffen auf
Kuwait, während starke Luftangriffe der Amerikaner die Kriegsmoral
im Land brechen sollen. Hussein ruft zum „heiligen Krieg“
gegen Amerika auf.
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Die
Gegenwehr auf die massiven Angriffe der Allianz ist stärker
als erwartet. Sandstürme behindern ein schnelles vorrücken.
Während Umm Kasr
und andere Städte schnell fallen, bleibt die zweitgrößte
Stadt Basra hart umkämpft. Man
beginnt mit der Errichtung einer Nordfront und schließt
einen Belagerungsring um Bagdad, wo es zu ersten Zusammen-stössen
mit Husseins Elite-Truppe, der republikanischen Garde, kommt.
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Kritik,
die Amerikaner hätten die Gegenwehr der Iraker unterschätzt,
wird laut. Am 02. April beginnt, nach längerem Zögern aus
Angst vor blutigen Häuserkämpfen, der Sturm auf Bagdad.
Wenige Tage später ist die Stadt gefallen und der Widerstand
gebrochen. Hussein ist untergetaucht. Nach etwas mehr als
drei Wochen ist das Regime besiegt und auch die Städte Kirkuk,
Mosul und Basra
sind in der Hand der Alliierten. Plünderungen beherrschen
das Straßenbild, die Statuen Husseins werden zerstört. Später
gibt es Proteste gegen die Amerikaner.
Nachdem die Kampfhandlungen eingestellt sind und weiter
nach den Massenvernicht-ungswaffen gefahndet wird,
gibt der stellvertretende US-Verteidigungsminister Wolfowitz
zu, dass man diesen Grund aus bürokratischen Zwecken genannt
hat, da ihm jeder zustimmen konnte.
Der
tatsächliche Kriegsgrund jedoch, wird von den USA nicht
genannt. Mögliche Gründe sind:
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Beseitigung
des Diktators und Unsicherheitsfaktors Hussein
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Angst
vor Zusammenarbeit Husseins mit Terroristen
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Einflussnahme
auf die gesamte Region
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Einflussnahme
auf die Ölreserven
Die
USA rechnen damit, entscheidend im Vorteil zu sein, wenn
die Welt in Zukunft noch stärker von Ölimporten abhängig
sein wird.
Außenminister
Straw räumt ein, dass die Beteiligung
Großbritanniens am Krieg die strategische Priorität
"stärkere Sicherung der britischen und weltweiten Energieversorgung"
hatte.
Für
die Vereinten Nationen stellt das eigenmächtige Vorgehen
der Allianz unter amerikanischer Kontrolle eine Niederlage
dar –man konnte auf keinen gemeinsamen Nenner kommen und
die Macht und der Einfluss der UNO wurden in Frage gestellt.
Juni
2003
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©
Florian Brauel, 2003-2004
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Bildmaterial:
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Florian Brauel
-
www.bundestag.de
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www.spiegel.de
-
www.bbc.co.uk
-
www.netzzeitung.de
-
www.nzz.ch
-
Brockhaus multimedial Atlas
-
www.web.de (dpa)
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Quellen:
-
Spiegel Jahrbuch 2003
-
Brockhaus multimedia premium
2002
-
Der große Ploetz, Komet, 33. Auflage
-
www.manager-magazin.de
-
www.erdkunde-online.de
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